Die Tour

Fazit

Nun bin ich schon wieder einige Tage zu Hause. Zugegeben, es fiel mir anfangs richtig schwer, wieder in den Alltag zu kommen. Konnte ich doch die letzten 2 Wochen recht zeitlos verbringen, frei von Pflichten und Verpflichtungen, außer für das Wohl meiner vierbeinigen Wanderbegleiter zu sorgen.

Ich hatte 10 wunderschöne und spannende Urlaubstage gemeinsam mit zwei unserer Esel. Ich habe viele nette und interessante Menschen kennengelernt, viele Erfahrungen machen dürfen und machen müssen.

Ich wurde jetzt schon sehr oft gefragt, ob ich eine solche Tour noch einmal machen werden. Ganz Ehrlich? Ich weiß es nicht. Auf der einen Seite habe ich die Zeit allein mit den Eseln sehr genossen. Auf der anderen Seite war und ist es doch nicht ganz optimal, mit den Tieren allein unterwegs zu sein, noch dazu in einem Landstrich, in dem man nur wenigen Menschen begegnet. Was, wenn etwas passiert wäre…?

Ich danke allen Menschen, die uns aufgenommen und zum Teil sogar noch sehr gut versorgt haben. Ich danke aber auch all denen, die unsere Wanderung lesender weise begleitet und mir Mut gemacht haben, weiter zu gehen, mit uns gelitten und sich gefreut haben.

17.08.2016

Der 10. und letzte Tag unserer Wanderung. Die Nacht war sehr kalt. Zum Aufwärmen gab es einen Cappuccino. Gegen 7.45 Uhr haben wir uns auf den Weg gemacht. 15 km trennten uns noch vom Ziel. Es ging vom Eiskeller in Berlin quer durch Schönwalde. Hier hatten wir noch ein  sehr nettes Gespräch mit Einwohnern,  die Spendenkasse wurde noch etwas gefüllt und die Esel bekamen jeder eine Biomöhre. Danach legten die Esel den Turbogang ein, so dass wir trotz 2 Stunden Pause bereits 13.45 Uhr auf dem MAFZ in Paaren waren.

Wir haben es geschafft! !!!!!

Das hätte ich zwischenzeitlich nicht geglaubt. In bin meinen Eseln Sunny und Evi so unendlich dankbar für ihre Geduld,  Ruhe und ihren Fleiß. Sie haben mich in keiner Situation hängen lassen. Ganz im Gegenteil,  sie haben alle Herausforderungen gemeistert,  als wäre das ganz normal.

Tja und so endet unsere Geschichte hier.

16.08.2016

Frühzeitig, um 7.10 Uhr sind wir heute Morgen gestartet.  Vor uns lagen ca. 17 km. Wir konnten die Strecke also gelassen angehen mit entsprechend langen Pausen.

Aber ohne Spannung vergeht wohl doch kein Tag. Erst führte uns die Wanderkarte in eine Sackgasse, in der kein Weg über die Havel führte. Der nächste Weg war gar nicht vorhandenen, danach standen wir vor Bahnschienen ohne Übergang. So haben wir dann doch fast die ganze Strecke auf asphaltierten Fahradwegen zubringen müssen und mussten einen riesigen Umweg in Kauf nehmen.

Gegen 16.30 Uhr waren wir dann endlich am Ziel – in der Döberitzer Heide. Was ich nicht wusste – dort laufen die Schafe frei herum. Die einzelnen Schafe waren auch gar kein Problem. Aber mitten beim Absatteln kamen ca. 50 Schafe im Pulk auf die Esel zugerannt. Die Esel verfielen in Panik und rissen sich los und verschwanden in den Weiten der Heide.

Ich bin wieder einmal  meinem Material gefolgt und hatte irgendwann die Esel gefunden,  die völlig aufgelöst auf mich gewartet haben. Ich hatte jedoch keine Chance, sie zurück zu führen. Also blieb nur der Weg in Richtung Ausgang.  Ich habe sie draußen vorm Tot angebunden und meinen ganzen Kram geholt. Eine Übernachtung auf dem Grundstück war so nicht möglich.  Selbst außerhalb des Geländes mit Zaun dazwischen reagierten die Esel panisch, sobald sich ein Schaf auf 20 Meter näherte.

Nun war  guter Rat teuer. So kurz vor dem Ziel wollte ich nicht aufgeben.  Der nächste Ort war 5 km entfernt und die Esel völlig durch den Wind. Also rief ich Manuela an, eine Eselfreundin in Berlin,  ob sie uns abholen kann und die Esel auf der Reitanlage, in der sie eingemietet ist, eine Nacht verbringen können.  Eine Stunde später war sie mit Hänger zur Stelle. In der Zwischenzeit musste es zur Krönung natürlich noch ordentlich regnen.

Die Esel haben einen Sandpaddock bekommen, ich einen Schlafplatz im Stroh – alles ist gut.

Da ich nun völlig von meiner geplanten Route abgekommen bin, wird mir Manuela die neue Route für morgen noch ausdrucken und so hoffe ich, dass wir morgen Abend gut in Paaren ankommen.

15.08.2016

Der heutige Morgen begann mit einer wunderschönen Überraschung.  Als ich gegen 6.30 Uhr aus der Dusche kam, standen mein Mann und meine Mutti vor der Tür, um an meinem Geburtstag mit mir gemeinsam zu frühstücken.  Dafür sind sie extra 300 km weit gefahren  (einfache Strecke ). Ich war überwältigt. Im Gepäck hatten sie viele leckere Sachen. So gab es das erste mal seit einer Woche ein reichhaltiges Frühstück. Gegen 8.00 Uhr hat sich der Besuch dann wieder auf den Heimweg gemacht.

Da wir einen Tag Vorsprung haben und der Hof hier so schön ist, habe ich beschlossen, heute hier zu bleiben und einach zu genießen.

Am Mittag habe ich eine Eselfreundin besucht, zum Abendessen treffen wir uns wieder.

Zwischenzeitlich habe ich die Ruhe auf der Eselkoppel genossen.

Morgen gehen wir dann wieder auf Tour.

14.08.2016

Ich glaub, ich habe es gefunden, das Paradies auf Erden. Aber von Anfang an.

Nach einer erholsamen Nacht heute morgen die üblichen Handgriffe. Kurz vor Start gab uns eine Gartenbesitzerin noch frisch geerntes Gemüse mit.

In Phöben wurde dann endgültig das  Bild der Brandenburger gerade gerückt. Im Ort gibt es eine Wiese mit Bänken, der ideale Ort,  um Pause zu machen.  Es dauerte nicht lange,  da kamen die ersten Bewohner.  Irgendwann stand dann auch frisch gebrühter Kaffee da und für die Esel gab es Möhren. Über eine Stunde haben wir uns dort aufgehalten.

Kurz vor Ketzin und der größten Herausforderung für die Esel (das dachte ich zumindest) haben wir nochmal 1,5 Stunden Mittagspause gemacht. Satt und ausgeruht sind wir dann zur Fähre gegangen, die einzige Möglichkeit,  um über die Havel zu kommen.

Die Esel gingen ohne Probleme auf die Fähre, standen während der Fahrt ganz still und liefen auf der anderen Seite völlig entspannt wieder runter. Ich bin stolz auf meine Tiere.

Eine Stunde später haben wir das Tagesziel erreicht – den Storchenhof in Paretz – das Paradies. Die Esel haben eine große Koppel mit Unterstand, ich ein Bett auf dem Heuboden, von dem aus ich die Esel sehen kann.

Im hauseigenen Kaffee habe ich mir ein Stück Kucher gegönnt,  während die Esel Heu bekamen.

Gerade habe ich die Einladung zur Linsensuppe heute Abend bekommen.

WAS WILL MAN MEHR? Ich bin überglücklich.


13.08.2016

Heute ist der 6. Tag unserer Wanderung. Die Sonne scheint, der Frühnebel schwebt über der Wiese. Die Nacht war etwas unruhig. Unweit von unserem Lager hörte ich Wildschweine. Aber die waren zum Glück schnell wieder weg. Das Zelt ist innen und außen nass. Mehr als Zähneputzen war auf der Wiese nicht möglich.  So sind wir heute schon 6.30 Uhr gestartet. Die geplante Tour ca. 17 km. Das Ziel, ein Hotel in Kemnitz stand fest. Also endlich mal ein Tag voller Entspannung  .

Wir sind durch die großen Obstplantagen in Werder gelaufen.  Das Dumme nur, daß lecker Obst war hinter dem Zaun. Aber ein paar Alleen mit Pflaumen- und Äpfelbäumen kamen dann doch noch für uns. In der Sonne konnten die nassen Sachen trocknen.

Ein paar nette Leute haben wir auch getroffen und nach vielen Pausen kamen wir gegen 15.00 Uhr im Hotel an und alles schien gut. Wir bekamen das Grundstück zugewiesen,  auf dem ich die Koppel abstecken sollte. Das Dumme nur, der Boden war so hart, dass kein Pfahl rein ging. Und Futter war auch keines  auf der Wiese.

Damit war der Traum der Dusche gestorben und wir wiedermal auf der Suche nach einer Bleibe.

Am Ortseingang hatte ich einen Bauernhof gesehen samt Bauern. Also ich dahin und geklingelt,  aber keiner öffnete die Tür. Die nächsten 2 Höfe hatten keinen Platz, der Reiterhof nimmt keine Esel. Der Golfplatz,  der am Rande viele ungemähte Flächen hat, kann uns natürlich auch nicht aufnehmen.

Mittlerweile war es 16.30 und die Esel völlig platt. Letzter Ausweg – eine Gartenanlage. Kurze Frage – kurze Antwort “ Na klar finden wir einen Platz für euch „.

Die Esel haben eine Koppel, das Zelt steht und zum Abendessen gibt es Kesselgulasch.  Alles gut.

12.08 2016

Der Regen der letzten Nacht war zum Glück nicht lang anhaltend. So waren Zelt und Regendecken heute morgen wieder trocken.  Die Esel bekamen Heu zum Frühstück,  ich einen leckeren Espresso.  Frohen Mutes  stiefelte ich los, in der Hoffnung, nach 12 km am Seddiner See eine Übernachtung zu finden. Aber bei dem Thema ist der Wurm drin. Keiner wollte uns.

Also sind wir dem nicht enden wollenden Wanderweg tapfer weiter gefolgt. Damit es nicht so langweilig wird, haben sich die Esel in einer Pause ein Spiel ausgedacht – folge deinem Material und du findest deine Esel. Ich habe sie wie immer grasen lassen, als sie sich plötzlich vor etwas erschraken und davon stürmten. Keine Chance sie zu halten. Aber sie sind zum Glück nur ca.100 m gerannt und haben dann auf mich gewartet  . – Blödes Spiel

Für eine Übernachtung mussten wir auch heute weit über 20 km laufen. In Ferch ( hier wollten wir erst morgen sein) hat uns ein Grundstückseigentümer eine  Wiese fast in der Wildnis zur Verfügung gestellt. Hier haben wir uns dann endlich niedergelassen, bei Regen und völlig fertig.  In der Nähe gibt es ein paar kleine Häuser.  Die Leute waren auch alle zu Hause . Aber es brauchte 3 Versuche, bis ich den Wassereimer für die Tiere gefüllt bekam.

Ganz ehrlich – ich habe heute kurzzeitig ans Aufgeben gedacht. Aber wir haben nun einen Tag  Vorsprung. Damit wir morgen dann etwas entspannter laufen können, habe ich für morgen einen Stellplatz und für mich notgedrungen eine sündhaft teure Unterkunft in einem Hotel. Hätte ich aber das Zimmer nicht genommen, hätte ich für die Esel keinen Platz gehabt. Aber hey – ich kann morgen Abend duschen und habe am Sonntagmorgen ein luxuriöses Frühstück. 😊

11.08.2016

Tag 4 unserer Reise begann bei Sonnenschein und gutem Kaffee. Geplant waren heute nur 11 km, so dass ich ganz entspannt die Esel reisefertig gemacht habe und wir an fast jeder Kräuterwiese lange Pause machten und noch einkaufen waren. Irgendwie war mir heute mal nicht nach Bifi und Co.

14.30 waren wir am Ziel, dem Freizeitzentrum in Blankensee. Aber außer 3 sehr schönen Eseln war leider niemand da, was sich auch nach 1,5 Stunden nicht änderte. Auch telefonisch war niemand erreichbar.

Komisch,  die  Leute hatten sich gefreut, da sie viele Fragen zu den Eseln hatten.

Dank Google habe ich dann 4 km weiter in Stücken den Schaumpferdehof gefunden. Ein kurzer Anruf und wir haben einen Schlafplatz. Leider ohne Dach über dem Kopf, obwohl es anfängt zu regnen.

Jetzt bekomme ich noch einen leckeren Eintof und damit endet der Tag nach 15 km doch noch gut.

10.08.2016

Die Nacht war ruhig und erholsam. So sind wir fit heute morgen bei angenehmen 17 Grad gestartet und kamen zügig voran. Unterwegs trafen wir eine sehr nette Hundehalterin und haben uns sehr lange mit ihr unterhalten. Danach wurde es sehr einsam auf unserem Weg.

Kurz vor dem Ziel hatten wir gleich 2x Pech mit unserer Wanderkarte. Ein Wanderweg entpuppte sich zur verwilderten Sackgasse.  Dann gab es laut Karte einen Bahnübergang, der aber gar nicht da war.  Um das ganze noch zu toppen, fing es auch kräftig an zu regnen. Also Esel samt Packtaschen regenfest eingepackt und den sicheren Umweg über die Landstraßen genommen.  So wurden aus geplanten 17 km wieder ca. 20 km. Aber wir sind angekommen auf dem Reiterhof Peters in Kliestrow.  Wir konnten sogar wählen zwischen Koppel, Sandauslauf und Box. In Anbetracht des Wetters haben wir uns für die Box entschieden,  auch wenn die Esel nicht gleich so glücklich darüber schienen.  Aber Regen ist auch nicht so toll.

Ich mache heute auch Camping für Warmduscher und habe mein Zelt im Stall aufgebaut.

 

09.08.2016

Neuer Tag, neues Glück. Bei sehr angenehmen Wanderwetter haben wir uns heute morgen auf den Weg gemacht. Die Esel waren hoch motiviert und liefen wie die Wiesel. Neben einem Halt am Supermarkt,  der uns sogar einiges an Spenden eingebracht hat, haben wir fast 3 Stunden Mittagspause gemacht und waren nach 15 km 14.30 Uhr am Ziel, den Auenhof in Rehagen. Die Esel haben einen großen Auslauf mit großem Unterstand, in den auch mein Zelt noch passt. Jetzt genießen wir das schöne Wetter.

08.08.2016

Bei Sonnenschein sind wir heute optimistisch gestartet und es lief alles super. Da die Tour zum Eingewöhnen Nut 13 km lang sein sollte,  haben wir uns viele Pausen gegönnt. Nach 13.00 Uhr waren wir am Ziel auf dem Campingplatz in Kallinchen. Nur der Platz wart wusste nichts von uns und der Chef war nicht erreichbar. 10 km und 3 Orte weiter sind wir fündig geworden,  nachdem alle Reiter- und Bauernhöfe uns nicht aufnehmen wollten. In Zossen sah ein Motorradfahrer die Werbung der Noteselhilfe,  hielt an und wollte sehr viel wissen. Und zum Glück hat er einen Vermieter, der uns für die Nacht seinen gepflegten Rasen zu Verfügung stellt.  So sind wir insgesamt ca.23 km gelaufen und nun völlig platt. 

07.08.2016

Reiterhof Eichenhof in Löpten. Das Nachtlager für die erste Nacht ist aufgeschlagen.  Die Esel haben einen schönen Paddock und lassen sich das Heu schmecken.

06.08.2016

Die Taschen sind gepackt, die Route steht, nun wird es langsam ernst. Ich freue mich auf dieses Abenteuer, bin aber auch etwas unruhig und hoffe auf 10 entspannte und spannende Tage.

Die Ausrüstung wurde angepasst, Testlauf absolviert.

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